blog

zurück


6. april 2026

Post 4: In der Asymmetrie erstarren

„Der alltägliche Wahnsinn mit 4 Kindern und bis vor einer Weile einer Beziehung, die mich regelmäßig wieder in der Asymmetrie erstarren lässt, lenken mich aber i.d.R. ab.“ – ein Kommentar unter einem Videointerview mit Benita Cantiene, Gründerin der Cantienica-Methode – zig Videoanleitungen dieser Methode gibt es auf YouTube mit unfassbar guten Übungen. Die sind so gut, dass es sich gar nicht nötig anfühlt, jemals irgendetwas anderes zu filmen. Sie arbeitet mit präziser Vernetzung der Muskelschichten, statt mit den klassischen, einfachen „Anspannen-Loslassen“-Übungen für den Beckenboden. Sie sagt ehrlich, dass das Eigenmotivation und Disziplin erfordert und dass die meiste Arbeit auf Mikroebene geschieht.

Der Kommentar der Zuschauerin hat bei mir mit dem „in der Asymmetrie erstarren“ ziemlich doll resoniert, ich kenne diesen Zustand sehr gut – nicht zu atmen bzw. mega flach, der Körper auf Vollspannung und voller Einseitigkeiten, anfangs aus Bedrohung, Angst, Stress, dann nur noch aus Gewohnheit. Weil der Stresszustand zur Gewohnheit geworden ist, auch wenn es keinen gibt. Der Körper merkt sich das, es beginnt vor allem mit der flachen Atmung. Wenn du das kennst, nimm dir als Erstes eine tiefe Einatmung durch die Nase vor, und bei der zweiten nimmst du noch den Bauchnabel mit dazu, der sich bei der Einatmung hebt. Der Rest kommt ganz natürlich von alleine dazu.


6. april 2026

Post 3: Beckenboden und Stuhlgang…

…sind voneinander absolut nicht trennbar.

Beispiel: chronische Verstopfung, bei der man Druck auf den Beckenboden ausübt, um vergeblich Stuhl hinauszubefördern, oder ständige Blähungen, wenn man den Beckenboden fest zusammenhält, um nicht in der Öffentlichkeit zu flatulieren. Sind diese Zustände von dauerhafter Natur, ist der Druck oder die Spannung ebenfalls von dauerhafter Natur. Leidest du unter einem von den beiden oder an allen beiden Zuständen, sind diese unter anderem ayurvedisch behandelbar und erfordern meist eine Lifestyle-Anpassung. Dafür muss man an erster Stelle sich selbst ehrlich begegnen. Meist wissen wir um diese Sachen, die uns nicht guttun, die wir aber nicht lassen können. Es sind auch hier wie immer Eigenmotivation und Disziplin erforderlich. Fällt vielen schwer.

Was hilft, ist sich Motivationsvideos anzuschauen, Erfolgsgeschichten zu lesen, zu visualisieren, wie es sich anfühlt, wenn du irgendwann dort bist, wo du sein willst – als die, die du sein willst. Es ist viel leichter und spannender, sich auf die heutigen News und polarisierende Inhalte zu fokussieren. Die Entscheidung liegt immer bei uns.


6. april 2026

Post 2: Subtile Bewegung…

…ist eine Bewegung, die man von außen nicht sieht. Die nimmst du subtil wahr. Mit solchen werden wir hier arbeiten. Die kann man auch als Mikrobewegungen bezeichnen.

Wir denken immer in Muskelgruppen, in Muskelketten und Schlingen. Einen einzelnen Muskel isoliert zu betrachten ist komplex, vermutlich überflüssig und sogar unmöglich, weil alles durch fasziale und jegliche andere Strukturen miteinander verbunden ist. Aber wenn man anfängt, subtile Bewegung im Körper wahrzunehmen, werden Körperdynamiken bewusst wahrgenommen und somit aktiviert. Der Geist wird automatisch mitzentriert.

Die subtile Bewegung erweitert die Wahrnehmung und aktiviert somit das Bewusstsein für unseren Körper, denn wir leben in unserem Körper drin und kennen ihn am besten, auch ohne ihn zu „kennen“.

Und so ist das mit der subtilen Muskulatur, auch Tiefenmuskulatur genannt. Die aktivierst du, und dann geht sie ihrer Aufgabe nach und hält uns an Ort und Stelle, ohne dass wir darüber nachdenken müssen.

Probiere es aus: die Sitzbeinhöcker leicht zueinander bewegen und die Wirbelsäule langziehen, als würde jemand an deiner Krone hochziehen. Atme dabei. Die Wirbelsäule kriegt ihren verdienten natürlichen Platz, die Durchblutung und Innervierung des ganzen Körpers ist aktiviert, Sauerstoff fließt dorthin, wo er fehlt. Und die Krönung von all dem – der Liquor fließt schön geschmeidig den Spinalkanal entlang, in der Wirbelsäule drin. Was für eine wunderschöne Energiequelle, der wir so wenig Beachtung schenken. Dabei ist es unser Lebenselixier, oder eins unserer beiden Elixiere: Das Blut versorgt unser Gehirn mit Leben, der Liquor schützt das Gehirn und stabilisiert die Umgebung unseres Nervensystems. Und unsere meisten Nervensysteme sind überladen und überreizt … ein weiterer Grund, diese Praxis in unser Leben einzubringen.

Führ es durch im Stehen, im Sitzen und im Liegen. Das eignet sich somit zur Aktivierung nach dem Aufwachen, für den stehenden und sitzenden Alltag und zum Entspannen vor dem Schlafen. Achte dabei auf kleine Details – lass deinen Kiefer locker, verteile deine Zunge am Gaumen, indem du vor allem das Ende deiner Zunge an den Gaumen legst, fahre dein Kinn leicht rein…zieh deine Schulterblätter leicht nach hinten unten zusammen. Richte dein Becken auf, indem du den Venushügel zum Bauchnabel leicht hochziehst. Beim Einatmen geht dein Bauch hoch, leg eine Hand auf den Nabel als Aktivierungshilfe für die Bauchatmung. Wenn du liegst, press deine Ellbogen leicht in die Unterlage rein, halte einen imaginären Ball zwischen deinen Oberschenkeln und press erst Oberschenkel, dann Knie, dann Fersen leicht in die Unterlage rein. Zieh deine Wirbelsäule dabei immer in die Länge. Du wirst sowohl an der Krone als auch mitten in der Fußsohle in die Länge gezogen. Deine Fußsohlen expandieren ebenfalls in alle Richtungen.


6. april 2026

Post 1: Eine Perspektive auf den Beckenboden: als Ursprung von aller Transformation, als Anfangspunkt von jeglichem Training.

Der Bauchnabel ist unser Lebenskanal im Mutterleib. Er wird im Yoga daher zurecht als Prana-Ursprung genannt. Ursprung der Lebensenergie. Dazu nehmen wir den Beckenboden als das Zentrum unseres Körpers, weil er das Leben hält (Baby im Uterus), weil er den Geschlechtsakt durch die Kontraktur der Muskulatur ermöglicht (Lebensentstehung + Lust), weil er die Ausscheidungen kontrolliert. In ihn wird eingeführt und aus ihm wird ausgeführt. Er ermöglicht einen Zugang in den Körper und aus dem Körper. Er ist am Ende der Wirbelsäule basiert, von der aus die Energie bis in ihren Anfang aufsteigt.

Der Nabel hat eine Verbindung zum Beckenboden durch viele Strukturen und besonders angenehm wahrnehmbar ist die linea alba - die Mittellinie am Bauch, die unseren geraden Bauchmuskel vertikal in zwei teilt. Wenn es nach einer Schwangerschaft zu einer Rektusdiastase kommt, bleibt von der linea alba lediglich eine Struktur, die ihrer Aufgabe nach Spannung und Stabilität nicht mehr nachkommt. Das kriegt man wieder aufgebaut, fühl dich erstmal einfach in diese Linie rein. Sie ist ein enormer energetischer Aspekt. Lehn dich jetzt kurz zurück, schließ deine Augen und fühl dich in diese Linie ein. Atme dabei.

Wenn ich versuche meine Bauchmuskulatur minimal zu aktivieren, komm ich in ein leichtes Unwohlfühlen, ich spüre wie die Schwangerschaft dort ihre Spuren hinterlassen hat - die linke Seite springt nicht so an wie die rechte, oder andersrum? Es ist wirklich schwer zu sagen. Dafür braucht es einen ruhigen Moment und vollen Fokus auf den Körper. Wenn du ihn jetzt kurz hast, nimm ihn dir und fühl dich in deine Bauchmuskulatur ein. Atme dabei.

Der Beckenboden als das Zentrum befindet sich also im Zentrum des Körpers und verbindet den Unter- mit dem Oberkörper, indem er sich im Becken zwischen Venushügel, Steißbein und den Sitzbeinen wie eine Hängematte ausdehnt. Die Sitzbeinhöcker sind unsere wichtigsten Referenzpunkte im Bezug auf ihn, zusammen mit der Wirbelsäule und der Krone (dem höchsten Mittelpunkt am Kopf).

Er besteht aus Muskeln, Sehnen und Faszien und wird durch gewisse Nervenzweige innerviert und durch Arterien und Venen durchblutet. Eine gute Zusammenarbeit, die aus Gleichgewicht halten, Anspannen und Entspannen besteht, ist gewährleistet durch die Zusammenarbeit all dieser Strukturen. Hypertension einer Muskelgruppe kann die Arterien- und Nervenarbeit stören, andersrum genauso. Es ist daher eine gute Idee, nichts als einzelne Struktur zu betrachten, da alles miteinander verbunden ist. Nur eine ganzheitliche Herangehensweise bringt fruchtvolle, nachhaltige Resultate.

Hier wird ein Mix aus jeglichen Methoden und Lehren zusammengefasst, alles an eigener Haut experimentiert und als höchst wirksam bestätigt.

Der Schwerpunkt liegt am Erlernen des eigenen Körpers durch Reinfühlen und Experimentieren. Irgendwann werden die Abläufe zur Gewohnheit und man kann sich selbst wieder hinkriegen. Ich bin kein Arzt. Wenn es irgendwas Ernstes zu sein scheint, handelt bitte im eigenen Interesse bezüglich des Einholens jeglichen Arzttipps. Ich bin ein Fan von Selbsterkunden, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass das tatsächlich funktionieren kann.

MRTs sind in heutiger Zeit sehr umstritten, denn sie zeigen oft Zustände ohne Symptome, die als Diagnose definiert werden und bereits dadurch zu verstärkten Problematiken (Placebo) führen. Der Körper hat seine Anatomie und, wenn vernünftig eingesetzt, kann er sich meist wieder hinbiegen. Es ist in vielen Fällen die Haltung, die Probleme macht. Einseitige Bewegungen und Positionen, die wir im Alltag immer wieder einnehmen, werden zu Gewohnheiten und so wird auch die Haltung zur Gewohnheit. Wir haben alle unsere alltäglichen Einseitigkeiten. Wenn du den Post hier liest, stelle für dich fest: Was sind deine? Wie sitzt du gerade? Ein ständiger Haltungscheck ist empfehlenswert, sowohl physisch als auch geistig – klar, denn Körper, Geist und Psyche sind eine Einheit und werden hier ausschließlich und indiskutabel als solche betrachtet.

Zudem kommt natürlich auch das Nervensystem, denn Schmerz ist primär dessen Reaktion. Manche Menschen haben vielleicht gar keine Haltungs„fehler“, sind dennoch chronischen Schmerzen ausgesetzt, weil ihr Nervensystem überreizt ist. Wie immer gilt: Alles hängt zusammen und nichts wird unabhängig voneinander betrachtet.

Den Beckenboden also als die Mitte, das Zentrum zu betrachten und deine Haltung zu beobachten: Was ist los mit dem Zentrum? Das kann man sich auf allen existenziellen Ebenen fragen.

Von den Begriffen des absoluten Zentrums würde ich allerdings abraten. Wir bewegen uns auf endlos vielen Ebenen und die Betrachtungsweisen sind enorm viele.


hallo@physiomitanna.de



zurück


Impressum - Datenschutz